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Der Deutsche Wetterdienst hat einen neuen weltweiten Datensatz zum täglichen Niederschlag erstellt. Dieser führt Satellitenbeobachtungen über dem Meer und Stationsdaten über Land zusammen. Die Animation zeigt die täglichen Niederschläge auf der ganzen Erde im Zeitraum Januar bis September 2005.



Bodenfeuchte nimmt ab

Staubtrockene Felder

Auch in den hessischen Böden sind die Folgen der Trockenjahre zu sehen, wie etwa Modellrechnungen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigen. Von Mai bis Oktober war die Situation in den Gesamtböden bis circa 1,8 Meter Tiefe von extrem trockenen Verhältnissen bis hin zu außergewöhnlicher Dürre gekennzeichnet. Dieser Zustand wirkt sich negativ auf das Bodenleben und das Pflanzenwachstum aus. Im Gegensatz dazu hat sich Ende Oktober die Situation in den Oberböden bis 25 Zentimeter allgemein etwas entspannt, da diese schneller auf Niederschläge reagieren. Allerdings gab es auch hier noch stellenweise ungewöhnlich trockene Verhältnisse bis hin zu moderater Dürre.

Quelle: Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Hier floss mal ein Bach: trockengefallener Hammersbach in Mittelhessen

Klimaerwärmung Gießen

 

 


Trockenjahre wirken nach

Hessische Wasserstände haben sich noch nicht erholt

Wiesbaden, 12.11.2020 – Sterbende Bäume, trockene Bäche und staubige Böden: Ein weiterer regenarmer Sommer hat Hessen getroffen. Dadurch litten Seen, Flüsse und Bäche im hydrologischen Sommerhalbjahr, das von Mai bis Oktober dauert, unter Niedrigwasser. Auch in den hessischen Böden war die Trockenheit zu spüren. Da es bereits im Frühjahr wenig geregnet hat und die Wasserstände im Sommer jahreszeitlich bedingt sanken, lagen die Grundwasserstände Ende Oktober etwas niedriger als im Vorjahr. Die niedrigen Grundwasserstände sind maßgeblich auf die zehnmonatige Trockenperiode im Jahr 2018 zurückzuführen, von der sich die Fließgewässer und die Grundwasserstände noch immer nicht erholt haben.

Auswirkungen auf die hessischen Flüsse und Bäche

Von Mai bis Oktober fielen hessenweit insgesamt nur 321 Millimeter Niederschlag, 97 Millimeter weniger als der langjährige Mittelwert des Zeitraums 1981 bis 2010. Während es im Juni, August und Oktober etwas mehr regnete als im langjährigen Durchschnitt, gab es im Mai, Juli und September nur sehr geringe Niederschlagsmengen. Daher waren die Abflüsse in den Flüssen und Bächen im gesamten hydrologischen Sommerhalbjahr unterdurchschnittlich. Die Trockenheit nahm im Verlauf des Sommers zu, dadurch lagen mehr als 80 Prozent der Abflusspegel unter dem langjährigen mittleren Niedrigwasserabfluss. Manche Fließgewässer fielen trocken, so führte etwa die Weil, ein Zufluss der Lahn, zeitweise zwischen Juli und September kein Wasser. Erst die Niederschläge Ende Oktober ließen die Wasserstände wieder etwas ansteigen, sodass die Wassermengen an mehr als 80 Prozent der Flüsse und Bäche dem langjährigen Mittel entsprachen.

Für das Niedrigwasser sind nicht nur die geringen Niederschläge in diesem Sommer verantwortlich, sondern auch die Trockenheit der Vorjahre.

Die Entwicklung des Grundwassers

Da in den Sommermonaten kaum noch etwas von den Niederschlägen im Grundwasser ankommt, sind die Grundwasserstände an den Messstellen des HLNUG seit Mai kontinuierlich gesunken. Ein Großteil des Wassers verdunstet wegen der höheren Temperaturen und wird von der Vegetation verbraucht. Ein weiterer Teil fließt oberflächlich ab und gelangt so in die Fließgewässer. Eine geringere Verfügbarkeit von Grundwasser stellen im hydrologischen Sommerhalbjahr daher selbst bei durchschnittlichen Niederschlagsmengen den Normalfall dar. Ende Oktober befanden sich 71 Prozent der Messstellen auf einem unterdurchschnittlichen, 21 Prozent auf einem durchschnittlichen und acht Prozent auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Erst durch den Regen im Oktober sind die Grundwasserstände zum Monatsende an einem Drittel gewässernaher und flacher Messstellen erstmals wieder leicht angestiegen. Im hydrologischen Winterhalbjahr, wenn die Vegetation ruht und die Verdunstung wegen der niedrigen Temperaturen gering ausfällt, erfolgt in der Regel Grundwasserneubildung und das Grundwasser steigt üblicherweise wieder an. Allerdings kann nur ergiebiger Regen über einen längeren Zeitraum das Defizit aus den zuletzt gehäuft auftretenden Trockenjahren ausgleichen. Da seit 2003 keine ausgeprägten Nassjahre mehr auftraten, gibt es solche Schwankungen, wie sie früher bei den Jahreswerten für das Grundwasser typisch waren, nicht mehr. Gegenüber der Referenzperiode von 1971 bis 2000 fiel die Grundwasserneubildung in den letzten 17 Jahren in Hessen 26 Prozent niedriger aus. Das steht dem projizierten Klimatrend entgegen, der zunehmende Winterniederschläge vorhersagt. Es bleibt abzuwarten, ob sich der seit 2003 beobachtete Trend in Zukunft fortsetzt.

Quelle: Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie